Voraussetzung für eine Gloriole (auch Glorie genannt) ist, dass ein Objekt von der Sonne angestrahlt wird und der Schatten dieses Objekts auf eine Nebel- oder Wolkenwand trifft. So ein Objekt kann z.B. eine Person sein, die sich auf einer Bergwanderung befindet, oder auch Flugzeuge oder Ballone, die sich über einer Wolkendecke bewegen.  Dabei entstehen um den Schatten herum kreisförmige Ringe. Jeder Ring zeigt die Regenbogenfarben, wobei bei jedem Ring rot außen und blau innen ist. Der Öffnungswinkel eines solchen Ringsystems kann bis zu 10° betragen (typisch: 3°), was von der Tröpfchengröße und Homogenität im Nebel oder in den Wolken abhängt. Typische Tröpfchengrößen für diesen Effekt liegen zwischen 0,0001mm bis 0,1mm.

Die Gloriole entsteht dann durch die Rückstreuung des Lichts (ausgehend von den Wassertröpfchen) in Richtung Beobachter, wobei das zurückgestreute Licht an dem Schatten gebeugt wird und damit die Ringstruktur bildet. Wichtig dabei ist die Geometrie: Sonne, bestrahltes Objekt (=Beobachter) und Schatten bilden eine Linie. Ein zweiter Beobachter, der neben dem ersten Beobachter steht, sieht nur seine eigene Gloriole, nicht die seines Begleiters !

Die meteorologischen Bedingungen für das Auftreten von Gloriolen sind äußerst selten und finden sich am ehesten in Bergregionen oder wenn man sich über den Wolken befindet.

Eine detaillierte Beschreibung und Erklärung des Phänomens findet sich hier: http://www.solstice.de/cms/upload/wege/band5/Wege5-1-12.pdf

 

 
Foto: Bernd Keck

 

Obige Aufnahme zeigt eine Gloriole um einen Flugzeugschatten und entstand auf dem Flug von Braunschweig nach Manching. Die Aufnahme erfolgte aus dem Flugzeug mit einer Handy-Kamera, rechtes Kabinenfenster, Flugrichtung Süden. Das Flugzeug, eine Dornier 328 (sie fliegt von rechts nach links), wirft einen Schatten auf eine darunter befindliche Nebel-/Wolkenschicht.

 

Heiligenschein

Nicht zu verwechseln mit der Gloriole ist der sog. HEILIGENSCHEIN, der auf diesem Bild zu sehen ist:

Foto:  Peter Volkmer

Diese Erscheinung ist viel häufiger zu sehen und tritt immer dann auf, wenn sich Tau gebildet hat. Auch dieses Phänomen ist nur in perfekter Rückwärtsrichtung zu beobachten, d.h. Sonne, Person und Schatten sind auf einer Linie. Dabei wirken die Tropfen auf dem Gras (oder wie hier im Bild: junge Saat) wie eine Linse mit dem Brennpunkt auf dem Gras. Von dort aus wird das Licht, das aus der Richtung Sonne - Person kommt, wieder auf dem gleichen Weg zurückgestreut. Es entstehen hierbei KEINE farbigen Ringe! Aber auch hier  gilt die strenge Geometrie, dass ein Begleiter nur immer den eigenen Heiligenschein sieht und nie den der anderen Person.