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Beobachtung der partiellen Sonnenfinsternis am 4.1.2011


Mit Spannung fieberten wir der Beobachtung der partiellen Sonnenfinsternis am 4.1.2011 entgegen - schließlich war die letzte von Deutschland aus sichtbare Sofi am 31.5.2003 und die nächste findet erst wieder am 20.3.2015 statt.

Allerdings verhieß der Wetterbericht am Vortag nichts Gutes: Im Norden reichlich Wolken, nur der süddeutsche Raum sollte gute Beobachtungsaussichten haben. Und tatsächlich - ein Blick am frühen Morgen des 4.1. bestätigte ihn, es war total bedeckt mit gelegentlichem leichten Schneefall.

Trotzdem machten sich einige Unentwegte unseres Vereins (Bernd N., Hans H., Michal W., Hendrik O., Peter V. - später gesellten sich noch Gerda+Hubert H. dazu) auf den Weg zu dem Beobachtungsplatz an einer Feldscheune südlich von Halchter getreu nach dem Motto „Die Hoffnung stirbt zuletzt". Auch ein BZ-Reporter hatte sich angesagt und traf kurz nach 8 Uhr ein.

Hundespaziergänger beäugten uns verwundert, denn es begann zu schneien. Unsere Geräte verblieben deshalb in den geöffneten Fahrzeugen. Aber der Schneeschauer war nur von kurzer Dauer und während wir noch die am Morgen eingesehenen Wetterbilder und -aussichten diskutierten und uns mit dem Sonnenfinsternisverlauf theoretisch vertraut machten, zogen die Schneewolken nach Südosten ab und hinterließen (bei nur geringem Höhenwind) eine dünne Hochnebeldecke, die zunehmend durchsichtiger wurde.

Inzwischen stellten sich auch einige interessierte Besucher ein, angelockt von unserer Ankündigung der öffentlichen Beobachtung und gespannt verfolgten alle die weitere Wetterentwicklung.
Foto: Peter Volkmer

Der Beginn der partiellen Sonnenfinsternis blieb hinter der Bewölkung verborgen. Zwar bewegten sich die geringen kleinen Auflockerungen auch weiter nach Südosten in Richtung Sonne. Aber wegen des niedrigen Sonnenstandes und der daraus resultierenden perspektivischen Verkleinerung ursprünglicher Lücken blieben wir unsicher, ob im Finsternisverlauf noch ein Blick auf die Sonne möglich würde - doch wie gesagt „Die Hoffung stirbt zuletzt".

Und während wir noch darüber diskutierten, ob es wohl einen merkbaren Helligkeitseinbruch zum Zeitpunkt der maximalen partiellen Phase gäbe, erreichte die Auflockerungszone schließlich den Sonnenort am Himmel. Die Sonne kämpfte sich durch restliche Wolken und Hochnebel.

Foto: Peter Volkmer

Um 9:30 Uhr (kurz nach dem Höhepunkt der Sofi) konnte man schließlich die bedeckte Sonne erkennen. Schnell waren Kameras - mit langbrennweitigen Objektiven und Filterfolie ausgerüstet - in Stellung gebracht und die mitgebrachten Finsternisbrillen aufgesetzt.

Auch wenn eine klare Sicht auf die Sonne nicht möglich war, so konnte man doch den Finsternisverlauf zwischen 9:30 Uhr und 10:15 Uhr verfolgen und teilweise fotografisch dokumentieren.
Foto: Henning Barnstorf

Als leidgeprüfter Mitteleuropäer (was die Wettersituation und insbesondere die Negativerfahrung des abgelaufenen Beobachtungsjahres angeht) waren alle Sofi-Zuschauer zufrieden mit dem heutigen Beobachtungserlebnis. Es bewahrheitete sich wieder einmal, dass man nicht gleich „die Flinte ins Korn werfen" sollte, wenn es um die Beobachtung astronomischer Ereignisse  (und wohl auch anderer Begebenheiten) geht. Mit dieser Erkenntnis zockelten wir nach 10:30 Uhr von dannen. In uns verspürten wir die Hoffnung auf ein besseres Beobachtungsjahr 2011, es hatte ja zufriedenstellend
begonnen.

 

 

Ein Zeitungsbericht über diese Beobachtung ist hier zu lesen:

 

 

PS:  Wie zum Hohn bescherte uns Petrus am nächsten Morgen (5.1.) einen wunderbaren Sonnenaufgang und im Tagesverlauf weiterhin einen klaren Himmel. Können sich denn die „Himmelsherrschaften" zukünftig nicht besser absprechen ??????